Zahlen
Zuallererst natürlich die alte Weisheit, dass Großsportveranstaltungen immer ihre eigenen Gesetze haben. Jene, die die Gesetze aber kennen und sich seriös darauf vorbereiten, sind meistens trotzdem ganz vorne zu finden.
Damit wären wir bei der Notwendigkeit einer Vielzahl wirklich hochklassiger Veranstaltungen auf allen Ebenen - von der internationalen bis zur regionalen. Das würde starke Felder und große eventtechnische Fortschritte umfassen.
Damit würde Triathlon attraktiver, könnte den überlangen "Ironman Schatten" abwerfen und sich als mehr als der "kleine Bruder" - zwar olympisch, aber nur alle 4 Jahre kurz im Rampenlicht - positionieren. Mehr Medienaufmerksamkeit, bessere Vermarktungsmöglichkeit, klare Strukturen und Abläufe, mehr Geld für alle - und das heißt nicht, dass der Abenteuercharakter verloren geht. Die Kombination Schwimmen/Rad/Laufen wird grundsätzlich immer etwas ganz Besonderes sein (wie sonst käme Jennifer Lopez auf die Idee im September einen Triathlon zu absolvieren?!) - es geht aber um Attraktivität, der Möglichkeit für die Athleten Triathlon (Technik und Taktik) zu lernen und um Nachhaltigkeit in allen Bereichen.
Auf sportlicher Seite zeigt sich einmal mehr: Schwimmen und Laufen sind die Kernbereiche. Eine "unter - 20er Zeit" über 1500m Schwimmen bei den Damen und 18:28 bei den Männern stehen für Peking zu Buche. Bei den Damen waren 31 innerhalb von 16 Sekunden aus dem Wasser! In Athen waren die schnellsten Schwimmer 18:37 und 17:49 unterwegs, in Hamburg 2007: 17:53 und 17:02. Dahinter: Eine jeweils eine unglaubliche Dichte.
Im Laufen sieht es ähnlich aus: 33:10 bei den Damen, 30:46 bei den Herren (3:19 vs 3:04 Schnitt) in Peking, 33:47 (Kate) und 31:51 (Kemper) in Athen 2004, 32:54 (Snowsill) und 29:42 (Gomez) in Hamburg 2007. Und die U23 Athleten sind mit 35:11 und 30:31 als schnellste Laufzeiten in Hamburg schon knapp dran. Dazu kommt ein sehr starker Nachwuchs im Juniorenbereich.
Der olympische Triathlon ist messbar geworden - und verlangt enorme Leistungen im Schwimmen und beim Laufen, dazu hervorragende Radkünste (auch und gerade in Windschattenrennen) und ein sehr gutes Taktikverständnis. Das ist auch die gute Nachricht und macht vieles in Bezug auf Talentesichtung und Nachwuchsförderung einfacher.
19.08.2008 13:12